Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus 2016

„Nur die Flottenversicherung bleibt übrig“

Anne-Christin Gröger
in Versicherungsmonitor
vom 24.02.2016
„Die Versicherung großer Autoflotten wird in Zukunft eine wesentlich größere Rolle spielen als bisher, während das Geschäft mit Privatkunden nach und nach an Bedeutung verliert. Davon geht Thomas Winkler aus, Chief Underwriter Kraftfahrt bei der Gothaer. „Nur die Kfz-Flottenversicherung bleibt übrig“, fasste er etwas überspitzt seine Erwartungen zusammen. Allerdings werden auch die sehr hohen Schadenfälle zunehmen. Angesichts neuer Entwicklungen auf dem Fahrzeugmarkt wie Carsharing und Fahrerassistenzsysteme wird das Geschäft mit der Versicherung von Privatfahrzeugen an Bedeutung verlieren, glaubt Thomas Winkler, Chief Underwriter Kraftfahrt bei der Gothaer. Dagegen wird das Geschäft mit Gewerbe und Industrie an Bedeutung gewinnen. Es werden aber auch die Schäden im Flottengeschäft ansteigen, erwartet der Experte. „Neue Mobilitätskonzepte durch Carsharing-Anbieter werden das private Auto zunehmend verdrängen“, sagte er auf einer Fachkonferenz in Köln. Dabei könne man unterschiedlicher Meinung darüber sein, wie viele Privatwagen künftig durch ein geteiltes Auto ersetzt werden. Während die Unternehmensberatung KPMG davon ausgeht, dass ein Carsharing-Auto das Potenzial hat, bis zu 10 normale Fahrzeuge zu ersetzen, glaubt Alix Partners an 32 Fahrzeuge. „Fest steht, dass der Anteil privater Fahrzeuge abnimmt und sich Kfz-Versicherungen für Privatkunden rückläufig entwickeln werden“, sagte Winkler. (…)
Artikel anzeigen

Flottengeschäft bleibt Sorgenkind

Monika Lier
in VersicherungsJournal
vom 25.02.2016
„Die Chancen für das Flottengeschäft sind nach Einschätzung von Thomas O. Winkler von der Gothaer-Gruppe günstig: Zumindest bei den Neuzulassungen stehen die Zeichen auf Wachstum. Aber: Die Ertragsseite bereitet weiter Probleme. Auf einer Fachkonferenz kündigte Dr. Edgar Martin von der R+V-Gruppe Änderungen für den Vertrieb an. Betrachtet man nur die Neuzulassungen, könnte es um das Flottengeschäft kaum besser bestellt sein: Die Zahl und die Größe der Flotten wachsen – und scheinen von der Digitalisierung weniger betroffen zu sein als der Privatkundenmarkt (VersicherungsJournal 23.2.2016). Und dieses Segment teilen sich nur zehn bis 15 Versicherer. „Aber die, die dieses Geschäft betreiben, können es nicht und setzen den Ertrag in den Sand“, kritisierte Thomas O. Winkler, Chief Underwriter Kraftfahrt der Gothaer Allgemeinen Versicherung AG, am Mittwoch auf einer Fachkonferenz in Köln. Auch wenn, anders als im Vorjahr, noch keine Branchenzahlen für dieses Geschäft vorliegen, ist klar, dass die Durchschnittsprämien je Flottenfahrzeug steigen müssen (VersicherungsJournal 27.2.2015). Denn das Flottengeschäft, das bislang einen Prämienanteil von rund zehn Prozent am Kraftfahrt-Geschäft hat, ist und bleibt ein Sorgenkind. Die Bruttoschadenquote lag 2014 mit 94,0 (2013: 103,9) Prozent deutlich über dem gesamten Kraftfahrtmarkt mit 85,1 (93,9) Prozent. Am Rande der Konferenz war zu hören, dass die Ertragsseite auch 2015 wieder durch eine Reihe von großen Schäden belastet war.“(…)
Artikel anzeigen

Datenbanken sollen Autokäufer und Versicherer besser vor Betrug und Tachomanipulationen schützen.

Uwe Schmidt-Kasparek
in VersicherungsJournal
vom 24.02.2016
„Autokäufer sollen ab 2017 durch eine nationale Datenbank besser vor Tachomanipulationen geschützt werden. „Bis Ende 2016 dürfte die datenschutzrechtliche Zertifizierung unter Dach und Fach sein“, sagte Björn Hinrichs von der Arvato Bertelsmann SE & Co. KGaA gestern in Köln auf der Versicherungstagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“ von Businessforum21. Pro Jahr würden durch Tachomanipulationen derzeit über sechs Milliarden Euro Schaden entstehen. „Geschädigt werden Verbraucher und Versicherer“, so Hinrichs. Der Betrug ist technisch nicht nachweisbar, da die Tachos digital umgestellt werden. „Die Manipulation ist mit einem für unter 300 Euro im Internet erhältlichen Gerät in rund 15 Sekunden möglich“, sagte Hinrichs. Bisher können die Versicherer immer nur in Einzelfällen Betrügereien nachweisen. So fallen immer wieder Fahrzeuge auf, die in der Vergangenheit bereits mit einer höheren Kilometerleistung einen Versicherungsschaden hatten. Solche Fälle würden beispielsweise über das Hinweis- und Informationssystem (HIS) entdeckt, das eine Tochter von Arvato für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) betreibt. „Wir haben etwa 100 Fälle pro Tag, die aber nur mit einem aufwendigen manuellen Datenabgleich festgestellt werden können“, so Hinrichs. Daher soll nun eine nationale Datenbank Abhilfe schaffen. Rückdeckung hat Arvato von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der CDU-Verbraucherschutz-Beauftragten Mechthild Heil und der Versicherungswirtschaft. Der TÜV Rheinland warnt zudem davor, dass manipulierte Fahrzeuge ein Sicherheitsrisiko darstellen. Möglicherweise seien wichtige Wartungsarbeiten nicht durchgeführt worden. Manipulieren können selbst Privatleute. „Sogenannte Tachoadjustierer bieten ihre Dienste im Internet an und kommen zum Verbraucher nach Hause“, erläuterte Hinrichs. Viele europäische Staaten hätten bereits erfolgreich eine Datenbank gegen Tachomanipulationen eingeführt.“ (…)
Artikel anzeigen

Aktives Schadenmanagement 2015

Digitalisierung sorgt für massive Veränderung der Regulierung

in VersicherungsJournal
vom 10.11.2015
„Alles spricht über „Big Data“ und welche Möglichkeiten sich eröffnen können, aber die Eigentumsfragen an Daten sind noch nicht geklärt. Die „weißen Flecken“ im Rechtssystem waren eins von vielen Themen auf einer Fachkonferenz zur Schadenregulierung in Köln. (...)“ „Mit Fahrerassistenzsystemen, Telematik, Autonomem Fahren und vernetzten Autos wird sich die Haftung im Schadenfall künftig nicht mehr allein auf Fahrer und Halter beschränken lassen. „Es entstehen neue Schadenbilder durch neue unbekannte Entscheidungsstrukturen“, sagte Thomas Winkler, Chief Underwriter Kraftfahrt der Gothaer Allgemeinen Versicherung AG. Künftig werde es auch um die Haftung des Herstellers sowie des Providers gehen müssen.“ „Die neuen Techniken beeinflussten, veränderten oder erübrigten die Entscheidungen des Fahrers, ohne dass die Assekuranz die Daten für die Entscheidungsstrukturen der Systeme kenne. „Die Daten der Hersteller dieser Systeme werden nicht veröffentlicht. Wir wissen nicht, welche Prozesse im Fahrzeug einprogrammiert sind. Wir wissen aber auch nicht, wann der Mensch diese Systeme abschaltet“, so Winkler. (...)“
Artikel anzeigen

Versicherer drücken beim Schadenmanagement aufs Tempo

in colornews
vom 11.11.2015
„Die Versicherungswirtschaft nennt den Schadenfall „Moment of Truth“, den Moment der Wahrheit. Hier entscheidet sich, ob der Versicherungsnehmer auch den Service und die Leistung bekommt, für die er Monat für Monat zahlt. Diese Kundenzufriedenheit ist Dreh- und Angelpunkt auch für die Kfz-Versicherer. Eingelöst wird sie oft von den Werkstätten, in denen der Unfallschaden repariert wird. Immer standen Konzepte zur Kundenzufriedenheit im Mittelpunkt der Diskussionen und Vorträge beim Business Forum 21, das sich zu einem der wichtigsten Treffpunkte der Versicherer etabliert hat. Ein Ergebnis der Tagung: die Kfz-Versicherer sehen den Ausbau des Schadenmanagements als eine wesentliche Säule ihrer Strategie. (...)“ Alle reden über Service-Select, nur die HUK-COBURG schweigt „Ein Diskussionsthema beim Business Forum 21 in Köln gab besonderen Aufschluss über Marktpositionen einzelner Versicherer. Immer wieder sprachen Vertreter von Assekuranzen auf der Bühne über Service-Select, doch die HUK-COBURG schwieg. Kein Wort, keine Silbe über das Konzept, über Pläne oder Details. „Die Coburger treiben den Markt“, brachte es ein Teilnehmer am Rand der Veranstaltung auf den Punkt. Und tatsächlich bezogen sich während der Podiumsdiskussion R+V, Provinzial Sparkassen Versicherung oder HDI immer wieder auf die HUK-COBURG. Thomas Geck, Leiter Schaden Prozessmanagement, äußerte sich in der Runde vor allem zu den Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft und Werkstätten angesichts des zunehmenden Wettbewerbs zur Automobilindustrie im Unfallschadenmanagement. Der Titel seines Impulsreferates hieß: „Wettbewerbsdifferenzierung im Sach-Schadenmanagement.(...)“
Artikel anzeigen

Auf dem BF21-Schadenkongress „stellte die Huk-Coburg ihr Mitte 2014 gestartetes Handwerker-Netz für Leitungswasserschäden vor.“

Monika Lier
in VersichrungsJournal
vom 11.11.2015
„Eine aktuelle Umfrage des BVK zeigt die Vertragssanierung in dieser Sparte und wie defizitär die Wohngebäudesparte seit Jahren ist.“ „Die Huk-Coburg Gruppe steuert inzwischen 40 Prozent der Leitungswasserschäden in der Wohngebäudeversicherung über ein Handwerker-Netz. „Die Kunden haben einen echten Bedarf nach diesem Service“, sagte Thomas Geck, Leiter Abteilung Schaden Prozessmanagement der Huk-Coburg, auf einer Fachkonferenz in Köln. Die Kunden bewerteten den Service durchschnittlich mit „gut“ und hätten eine Weiterempfehlungs-Bereitschaft von 96 Prozent. (...)“ „Mit 55.000 Leitungswasserschäden im Jahr komme das eigene Haus auf ein Volumen, das groß genug für ein Handwerker-Netz sei. Je Betrieb habe man im letzten Jahr zwischen 70 und 120 Aufträge vergeben. „Damit werden wir ernst genommen“, so Geck. Vorangegangene Pilotprojekte mit anderen Schadenereignissen waren am Volumen gescheitert. (...)“
Artikel anzeigen

Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus 2015

Datenbank gegen Tachomanipulation – Versicherer wollen Betrug einen Riegel vorschieben

in auto.de
vom 03.03.2015
Eine bundesweite Datenbank soll Autokäufer künftig gegen den Betrug bei Tachomanipulationen schützen. Derzeit schätzen Experten, dass bei jedem dritten Auto der Kilometerstand manipuliert und das Auto so auf “jünger” getrimmt wurde. Dadurch erzielen die Betrüger im Schnitt pro Auto eine illegale Wertsteigerung von 3.400 Euro. “Der Gesamtschaden beläuft sich in Deutschland jährlich auf sieben Milliarden Euro”, sagte Björn Hinrichs von der Arvato Financial Solutions auf einer Versicherungstagung in Köln. Geschädigt werden Verbraucher und Versicherer Geschädigt werden vor allem Verbraucher, weil sie für Uraltfahrzeuge viel zu viel Geld zahlen. Betroffen sind aber auch Kfz-Versicherer, die nach Unfallschäden für “verjüngte” Autos mehr leisten müssen, als diese nach ihrer Laufleistung tatsächlich wert sind. Daher unterstützen die Assekuranzen den Aufbau einer bundesweiten Datenbank, die Auskunft über die tatsächliche Laufleistung eines Fahrzeuges geben soll. “Die Idee finden wir aus Verbrauchsicht sehr reizvoll”, sagt Thomas von Mallinckrodt von der HUK-Coburg, Deutschlands größtem Kfz-Versicherer. Manipulationen legal und solide auf die Spur kommen Die letzte Entscheidung über eine eigene Beteiligung an der geplanten Datenbank macht der Versicherer aber von der Ausgestaltung und datenschutzrechtlichen Umsetzung abhängig. Der Ergo-Konzern sieht Vorteile für “alle Seiten”, weil sich die Sicherheit der Kunden erhöht und die Datenbank präventiv Betrug verhindern würde. (...)
Artikel anzeigen

Versicherer unterstützen Datenbank gegen Tachomanipulation

in Versicherungsmagazin
vom 26.03.2015
Eine bundesweite Datenbank soll Autokäufer künftig gegen den Betrug bei Tachomanipulationen schützen. Derzeit schätzen Experten, dass bei jedem dritten Auto der Kilometerstand manipuliert und das Auto so auf "jünger" getrimmt wurde. Dadurch erzielen die Betrüger im Schnitt pro Auto eine illegale Wertsteigerung von 3.400 Euro. "Der Gesamtschaden beläuft sich in Deutschland jährlich auf sieben Milliarden Euro", sagte Björn Hinrichs von der Arvato Financial Solutions auf einer Versicherungstagung in Köln. Geschädigt werden vor allem Verbraucher, weil sie für Uraltfahrzeuge viel zu viel Geld zahlen. Betroffen sind aber auch Kfz-Versicherer, die nach Unfallschäden für "verjüngte" Autos mehr leisten müssen, als diese nach ihrer Laufleistung tatsächlich wert sind. Daher unterstützt die Assekuranz den Aufbau einer bundesweiten Datenbank, die Auskunft über die tatsächliche Laufleistung eines Fahrzeuges geben soll. Auch Kfz-Sachverständige überfordert "Die Idee finden wir aus Verbrauchsicht sehr reizvoll", sagt Thomas von Mallinckrodt von der Huk-Coburg, Deutschlands größtem Kfz-Versicherer. Die letzte Entscheidung über eine eigne Beteiligung an der geplanten Datenbank macht der Versicherer aber von der Ausgestaltung und datenschutzrechtlichen Umsetzung abhängig. Auch die Provinzial Rheinland aus Düsseldorf begrüßt das Projekt. "Es ist wichtig, dass es endlich eine legale und solide Möglichkeit gibt, solchen Manipulationen auf die Spur zu kommen", betont Sprecher Christoph Hartmann.
Artikel anzeigen

Kfz-Versicherung im Fokus 2014

„Gewinnzone rückt für Autoversicherer in greifbare Nähe“

in VersicherungsJournal
vom 19.02.2014
„Nähe Trotz mehrfacher Prämienerhöhungen schrieben die Autoversicherer auch 2013 weiter Verluste. Die erhoffte Wende wurde verhagelt. Ab 2015 könnte der Wettbewerb wieder schärfer werden. Die Autoversicherer haben die bereits für 2013 erwartete Ertragswende wegen rund 1,5 Milliarden Euro Elementarschäden nicht geschafft. Für 2014 zeichnet sich nun die Rückkehr in die Gewinnzone ab, so die Erwartungen auf einer Fachkonferenz in Köln. (…) Die Verteuerung der Prämien in den letzten Jahren könnte ausreichen, damit die Autoversicherer 2014 erstmals seit 2007 versicherungstechnisch wieder Gewinne einfahren. Vorausgesetzt, dass das Schadenaufkommen nicht wieder außergewöhnlich hoch ausfällt. Aber: Absehbar ist bereits, dass der Wettbewerb in dieser unverändert als Türöffner geltenden Sparte spätestens ab 2015 wieder schärfer wird, so die Einschätzung von Dr. Michael Pickel, Vorstandsmitglied E+S Rückversicherung AG, auf einer Fachkonferenz in Köln. (…) Mehr darf nicht passieren Besonders hoch ist der Sanierungsbedarf in den Kaskosparten. Dort seien die Schwankungs-Rückstellungen in den letzten Jahren kontinuierlich abgebaut worden und nach den außergewöhnlich heftigen drei Hagelereignissen nur noch 0,4 Milliarden Euro vorhanden. (…) Da auch von den Kapitalmärkten beim unverändert niedrigen Zinsniveau keine Entlastung zu erwarten sei, rechnet Pickel damit, dass sich die Erstversicherer künftig mehr rückversichern müssen. (…) Die Großen gewinnen Marktanteile Die Top-Ten-Gruppen des Autoversicherungs-Geschäfts haben nach Aussage von Pickel zwischen 2008 und 2012 ihren Marktanteil um 2,8 Prozent auf über 70 Prozent gesteigert. Innerhalb dieser Gruppe habe aber die Spreizung zugenommen. (…) Weniger teurer geworden Marco Morawetz, der das Consulting des Rückversicherers General Reinsurance AG leitet, wird am heutigen Konferenztag unter anderem zeigen, dass die durchschnittliche Kraftfahrt-Haftpflichtprämie zum 1. Januar 2014 nur noch um 1,6 Prozent gestiegen ist. In den beiden Jahren zuvor betrugen die Verteuerungen 7,1 Prozent beziehungsweise 5,6 Prozent. (…)“
Artikel anzeigen

Der bekannte Zyklus bei den Ergebnissen

Rainer Weckbacher (Leser)
in VersicherungsJournal
vom 19.02.2014
„Alle Jahre wieder... Der seit etlichen Jahren bekannte Zyklus bei den Ergebnissen der Autoversicherer wird sich auch in den kommenden Jahren nicht ändern. Sobald der erste größere Versicherer in den schwarzen Zahlen ist und dieser dann den vorhandenen Deckungsbeitrag wieder in „Wachstum über günstige Beiträge” investiert, geht es marktweit wieder abwärts mit den Beiträgen für Neuverträge. Sobald das Ergebnis dieser Verträge nicht mehr durch die Altverträge mit auskömmlichem Deckungsbeitrag finanziert werden kann, entwickelt sich der Markt turnusmäßig in die roten Zahlen. (…)“.
Artikel anzeigen